weibliche Pflegefachkraft

Vom Flüchtling zur Pflegefachkraft

NRW-Wohlfahrtsverbände ziehen Bilanz ihrer Koordinierungsstelle welcome@healthcare

In NRW fehlen in den nächsten Jahren rund 40.000 Pflegekräfte. Mit Hilfe der Koordinierungsstelle welcome@healthcare wollen die Wohlfahrtsverbände Flüchtlinge für Pflege- und Gesundheitsberufe gewinnen. Nach einem Jahr ziehen sie jetzt Bilanz: Es sind viele Hürden zu überwinden. Die Koordinierungsstelle ist ein Projekt der Freien Wohlfahrtspflege NRW. Der Paritätische NRW ist Träger des Projektes, durchgeführt wird es von der Paritätischen Akademie NRW.

Große Hürden


Zu den Hürden bei der Integration geflüchteter Menschen in Pflege- und Gesundheitsberufe gehören zum Beispiel fehlende oder nicht anerkannte Zeugnisse. Auch Einschränkungen im Aufenthaltsrecht stehen dem Einstieg entgegen. Die Koordinierungsstelle welcome@healthcare beschäftigt sich damit, wie die Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Menschen in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen trotzdem gelingen kann und was bei der Planung von Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zu beachten ist.

Erfolgreiche Pionierarbeit


„Es gibt viele unterschiedliche Fördermaßnahmen und Einzelprojekte, um Flüchtlingen den Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung im Gesundheitsbereich zu erleichtern“, erklärt der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege NRW, Christian Heine-Göttelmann. „Nötig sind vor allem mehr Transparenz über vorhandene Maßnahmen. Hier hat die Koordinierungsstelle welcome@healthcare wichtige Pionierarbeit geleistet.“ Erforderlich sei aber auch mehr Kreativität, um Zugangsbarrieren in diese Berufe abzubauen. Die bisherige Praxis habe die besondere Situation von Flüchtlingen zu wenig berücksichtigt, kritisiert Heine-Göttelmann. 

Erste Erfolge


In Nordrhein-Westfalen beschäftigen sich bereits mehr als 40 Einrichtungen damit, geflüchtete Menschen für die Pflege- und Gesundheitsberufe zu gewinnen und zu qualifizieren. Weitere Einrichtungen sind daran interessiert. Die Koordinierungsstelle welcome@healthcare berät sie dabei und entwickelt praktische Vorschläge, wie Sprachbarrieren schneller abgebaut werden können oder welche Maßnahmen der Arbeitsförderung möglich sind. Einige Projekte haben sich bereits mit kreativen Lösungen auf den Weg gemacht. So bietet der Bonner Verein für Pflege- und Gesundheitsberufe, Mitgliedsorganisation des Paritätischen NRW, im Rahmen einer verlängerten Ausbildung in der Altenpflegehilfe integrierte Sprachkurse an. In Modellprojekten erproben andere Einrichtungen, wie der Erwerb eines Hauptschulabschlusses bereits während der Ausbildung möglich ist.

Ein Jahr nachdem die Koordinierungsstelle welcome@healthcare an den Start gegangen ist, ziehen die Wohlfahrtsverbände eine erste Bilanz.
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