5 Euro-Schein und einige Münzen, Hände und Brille daneben

Armut jetzt bekämpfen!

Bündnis fordert offensive Sozialpolitik

Entschlossene Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und eine sofortige Anhebung der Regelsätze in der Grundsicherung für alle hier lebenden bedürftigen Menschen fordern über 30 bundesweit aktive Organisationen von der neuen Bundesregierung in einer gemeinsamen Erklärung anlässlich der aktuellen Debatte um die Tafeln. Dass Menschen, egal welcher Herkunft, überhaupt Leistungen der Tafeln in Anspruch nehmen müssten, sei Ausdruck politischen und sozialstaatlichen Versagens in diesem reichen Land, heißt es in der Erklärung, die unter anderem vom DGB, der Nationalen Armutskonferenz, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, dem Sozialverband VdK Deutschland, dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter, dem Deutschen Kinderschutzbund, der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe und Pro Asyl unterzeichnet wurde.

Hilfsbedürftige nicht gegeneinander ausspielen


Gemeinsam positionieren sich die Organisationen ganz klar für Integration und eine offensive Sozialpolitik für alle hier lebenden Menschen. Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl: „Deutschland ist reich, in Deutschland gibt es genug Geld und erst recht genug Nahrung für alle. Flüchtlinge und Migranten werden als Sündenböcke instrumentalisiert und für Fehlentwicklungen wie Armut und Wohnungsnot verantwortlich gemacht, die die Politik zu verantworten hat. Wir brauchen eine auf Gerechtigkeit und Integration abzielende Sozialpolitik, die Flüchtlinge und Migranten einschließt. Dazu gehört auch die Sicherstellung des Existenzminimums für alle Menschen in Deutschland. Hilfsbedürftige dürfen nicht nach Pass oder Nationalität gegeneinander ausgespielt werden.“

Warnung vor gesellschaftlicher Entsolidarisierung


Auch Barbara Eschen, Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz und Diakoniedirektorin in Berlin-Brandenburg, warnt vor einer gesellschaftlichen Entsolidarisierung und unterstreicht: „Alle in Armut lebenden Menschen leiden unter einer ungerechten Politik, die Armut nicht bekämpft. Es ist unerträglich, dass von Armut Betroffene Menschen jetzt in Konkurrenz zueinander stehen. Es kann nicht länger sein, dass staatliche Maßnahmen wie der Regelsatz das Auskommen nicht sichern und Ehrenamtliche einspringen sollen, die das an die Belastungsgrenze bringt. Die Tafeln dürfen nicht länger die Ausputzer der Nation sein!“

Den Aufruf unterstützen


Die Erklärung wird getragen von über 30 bundesweit aktiven Organisationen. Weitere interessierte Organisationen und Initiativen, auch lokal und regional aktive, sind eingeladen, den Aufruf mit zu unterstützen.

Mehr Informationen unter: www.der-paritaetische.de/aufruf

Träger des Aufrufs auf Bundesebene:

  • Der Paritätische Gesamtverband
  • Alevitische Gemeinde Deutschland
  • Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V.
  • Bundesarbeitsgemeinschaft für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien e.V.
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.
  • Bündnis "Reichtum umverteilen – ein gerechtes Land für alle!"
  • Deutsche Diabetes-Hilfe
  • Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie
  • Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
  • Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
  • Deutscher Gewerkschaftsbund
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren e.V.
  • Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation
  • Erwerbslosen- und Sozialhilfeverein Tacheles e.V.
  • Erwerbslosenforum Deutschland
  • Fachverband Drogen- und Suchthilfe
  • Föderation Demokratischer Arbeitervereine e.V.
  • Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.
  • Guttempler in Deutschland e.V.
  • Hilfswerk der Unitarier (Gesamtverband) e.V.
  • Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
  • Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen
  • Nationale Armutskonferenz
  • NaturFreunde Deutschlands e.V.
  • PRO ASYL e.V.
  • Solidaritätsdienst International e.V.
  • SoVD – Sozialverband Deutschland e.V.
  • Sozialverband VdK Deutschland e.V.
  • Sozialwerk des Demokratischen Frauenbundes e.V.
  • Tafel Deutschland e.V.
  • Verband alleinerziehender Mütter und Väter Bundesverband e.V.
  • Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V.
  • Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.V.
  • Volkssolidarität Bundesverband e.V.
  • Zukunftsforum Familie e.V.
Ein breites Bündnis fordert entschlossene Maßnahmen zur Armutsbekämpfung.
©pixabay